Therapie und Behandlung bei einer Myalgie

Der Begriff Myalgie stammt aus dem Griechischen, „Mys“ bedeutet Muskel und „algos“ Schmerz. Myalgie heißt also ganz allgemein Muskelschmerz. Dieser Schmerz kann stechend und reißend, dumpf oder drückend sein und ganz verschiedene Ursachen haben. Die Myalgie (und dabei besonders die chronische Verlaufsform) ist eine Volkskrankheit an der Millionen Menschen leiden und die zu häufigen Arbeitsausfällen führt. Es ist auch für Ärzte nicht ganz leicht, eine Myalgie zu diagnostizieren bzw. andere Schmerz-Ursachen auszuschließen, weshalb oft eine ganze Reihe von Untersuchungen stattfinden muss.

Die Ursachen einer Myalgie

Eine Myalgie ist, wie andere Schmerzen auch, ein Warnsignal des Körpers. Schmerzt einer oder mehrere der mehr als 300 Muskeln im Körper, dann geben die Schmerzrezeptoren am Muskel ein Signal an das Gehirn und dieses löst dann unterschiedliche Folgereaktionen bzw. Vermeidungs-Reaktionen aus. Myalgien oder Muskelschmerzen können durch Muskelverspannungen oder Überbeanspruchung einzelner Muskeln auftreten. Das passiert meist dann, wenn ein Muskel plötzlich über sein normales Maß hinaus gedehnt wird und das kommt zum Beispiel beim Sport häufig vor, besonders wenn vor der sportlichen Betätigung das richtige Aufwärmen unterbleibt. Auch bei körperlichen Fehlstellungen und ständigen Fehlhaltungen können chronische Myalgien auftreten, die dann meist chronisch werden.

Hat jemand zum Beispiel zu intensiv Sport getrieben, ist zu lange gewandert, hat zu lange verkrampft am Computer oder im Auto gesessen, dann bekommt er Muskelschmerzen, die zwar unangenehm aber vergänglich sind. Eine verkrümmte Wirbelsäule, eine Hüftfehlstellung oder Knie-Fehlstellung oder ein Schiefhals lösen ebenfalls Muskelschmerzen aus, die aber solange die Ursache nicht behoben werden kann, chronisch werden. Aber auch ein Ungleichgewicht einzelner Muskelgruppen und eine zu schwache Muskulatur führen häufig zu einer Myalgie. Außerdem gibt es auch Myalgien, die sich direkt aus Erkrankungen der Muskeln ergeben.

Dabei kann es sich um entzündliche oder nicht entzündliche Muskelerkrankungen handeln. Entzündungen an den Muskeln entstehen zum Beispiel durch Viren, Bakterien, Borrelien oder Parasiten aber sie können auch durch das körpereigene Immunsystem verursacht werden. Nicht entzündliche Muskelerkrankungen sind zum Beispiel die Fibromyalgie, die Muskeldystrophie und hormonell bedingte Muskelstörungen. Auch Krankheiten, die gar nicht von den Muskeln ausgehen, können Myalgien auslösen. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Erkrankungen des Nervensystems (zum Beispiel Parkinson oder Kinderlähmung) oder Erkrankungen der Wirbelsäule (zum Beispiel Bandscheibenvorfall,Ischias und Morbus Bechterew).

Darüber hinaus können Myalgien aber auch als Begleitsymptom einer anderen Erkrankung auftreten. Es gibt sogar Medikamente, die unklare Myalgien hervorrufen können. Zu ihnen gehören Mittel zur Senkung der Blutfettwerte aber auch das Antibiotikum Penicillin.

Die Behandlung einer Myalgie

Die Behandlung von Muskelschmerzen richtet sich natürlich danach, welche Ursache sie haben. Gegen die Symptome selbst helfen erst einmal Schmerzmittel. Besonders gut bewährt haben sich nichtsteroidale Antirheumatika wie zum Beispiel Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac, Bromfenac, Paracedamol, Ketoprofen oder Indometacin. Sie können als Tabletten eingenommen oder als Einreibung angewendet werden. Auch bewährte Naturheilmittel oder alte Hausmittel lindern den Schmerz. Einreibungen mit Arnika-Salbe sind sehr wirkungsvoll. Sie wirken beruhigend, schmerzstillend, entzündungshemmend und lassen Schwellungen abklingen. Ebenfalls wirksam ist Johaniskraut-Salbe. Wenn das Johanniskraut auch in erster Linie stimmungsaufhellend wirkt, ist es darüber hinaus auch schmerzstillend und abschwellend.

Ein bei Myalgien gut wirkendes altes Hausmittel zum Einreiben ist Franzbranntwein. Der in ihm enthaltene Alkohol kühlt, fördert die Durchblutung und kann Verspannungen auflösen. Auch auf Umschläge mit Echinacea- oder Beinwellextrakt schwören viele Betroffene. Allgemein wird eine Kühlung des schmerzenden Bereiches bei akuten Myalgien als besonders wohltuend empfunden, während bei chronischen Beschwerden eher Wärme zu helfen scheint. Das findet der Betroffene aber am besten selbst heraus. Aber natürlich muss man auch an die Ursachen der Erkrankung herangehen.

Ist die Myalgie die Folge einer Überlastung, dann hilft in jedem Fall erst einmal etwas Ruhe und Schonung. Sind die Schmerzen bei sportlicher Betätigung aufgetreten, dann sollte die betreffende Übung möglichst schnell abgebrochen werden. Sie sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Schmerzen wirklich abgeklungen sind. Das kann unter Umständen einige Zeit dauern, bei einem sogenannten Muskelkater etwa zwei bis drei Tage, bei einer Muskelzerrung zwei bis drei Wochen und bei einem Muskelfaserriss oder Muskelriss manchmal mehrere Monate. Wird ein verletzter Muskel zu früh wieder belastet, kann es zu einer erneuten Verletzung, zu Vernarbungen des Muskelgewebes und im schlimmsten Fall zu Verknöcherungen kommen, die die Beweglichkeit dauerhaft einschränken können.

Bei chronischen Myalgien durch Verspannungen der Muskulatur tut vielen Betroffenen eine Wärmetherapie gut. Sauna-Besuche, Fangopackungen oder Moorschlamm-Packungen, feuchtwarme Kompressen, warme Bäder mit Zusätzen von Melisse, Lavendel oder Rosmarin, warme Güsse oder auch Wärmepflaster können sehr wohltuend sein. Welche Behandlung gewählt wird, hängt davon ab, was der Betroffene als besonders angenehm empfindet.

Längerfristige Therapie-Arten bei chronischer Myalgie

Gängige Therapieformen bei der chronischen Myalgie sind Akupunktur, Akupressur, Elektrotherapie, Neuraltherapie aber auch Krankengymnastik und Rückentraining. Auch die progressive Muskelrelaxion oder das autogene Training sind Methoden, mit denen man Myalgien lindern oder sogar zum Verschwinden bringen kann. Natürlich ist auch Sport wichtig, um chronische Myalgien gar nicht erst entstehen zu lassen oder heilen zu können.

Gerade bei chronischen Myalgien im Rückenbereich ist es sehr wichtig, regelmäßig Sport zu betreiben. Allerdings eignen sich nicht alle Sportarten gleich gut. Besonders günstig sind Radfahren, Rückenschwimmen, Kraulen, Aqua-Gymnastik, Laufen, Nordic-Walking, Aeorobic und Skilanglauf. Ist die chronische Myalgie durch Stress bedingt, was gar nicht selten der Fall ist, dann ist der Stress-Abbau zum Beispiel durch Yoga, Tai-Chi oder autogenes Training die wichtigste Behandlungsmethode.

Bei Myalgien durch Fehlstellung der Wirbelsäule und der Gelenke ist die Beseitigung der Ursache die einzeige Möglichkeit zur völligen Heilung. Das kann entweder konservativ mit krankengymnastischen Übungen, Orthesen, Schuh-Einlagen etc. oder in schweren Fällen operativ geschehen. Liegt eine muskuläre Dysbalance (Ungleichgewicht der Muskulatur) als Ursache der Myalgie vor, helfen gezielte Kräftigungsübungen der zu schwach ausgebildeten Muskelpartien.

Entsteht die Myalgie durch eine Erkrankung der Muskulatur selbst, oder durch eine Erkrankung des Nervensystems, des Skeletts oder anderer Organe, dann hängen der Verlauf der Krankheit, die Heilungschancen und natürlich auch die Behandlungsmethoden von den Krankheitsursachen ab.

Bei Myalgien durch Muskelschwund zum Beispiel gibt es nach dem heutigen Stand der Medizin noch kein Mittel zur Heilung. Hier versuchen die Ärzte mit Krankengymnastik, verschiedenen Medikamenten und gegebenenfalls Operationen den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. Gegen die Schmerzen helfen auch hier Schmerzmittel.

Ähnlich ist es bei Myalgien durch die Parkinson-Krankheit. Hier versucht der behandelnde Arzt mit Medikamenten die Botenstoffe im Gehirn wieder ins Gleichgewicht zu bringen und so die Muskelsteifigkeit und die Muskelschmerzen positiv zu beeinflussen. Heute bekommen Parkinson-Patienten meistens ein Medikament, dass die Vorstufe des Dopamins (L-Dopa) als Tabletten, Pflaster oder mittels einer Pumpe zugeführt. Allerdings kann das Medikament die Krankheit nur positiv beeinflussen und nicht heilen.

Bei Myalgien, die im Verlauf einer Borreliose auftreten besteht die Behandlung darin, die Grunderkrankung durch Gaben von Antibiotika zu heilen. Das ist im Anfangsstadium noch relativ häufig möglich, im Spätstadium eher selten.

Bei einem plötzlichen Muskelfaserriss oder Muskelriss treten ebenfalls Myalgien auf. Ihre Therapie hängt ebenfalls von der Schwere der Verletzung des Muskels ab. Der durch eine plötzliche Anspannung und nachfolgende extreme Belastung entstehende Muskelfaserriss heilt in der Regel von selbst wieder, während Muskelrisse unter Umständen sogar operativ behandelt werden müssen. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Riss mehr als zwei Drittel des Muskel-Querschnitts betrifft und zusätzlich noch ein starker Bluterguss (Hämatom) vorliegt, der ausgeräumt werden muss.

Werden die Muskelschmerzen durch bestimmte Medikamente wie Statine oder Antibiotika hervorgerufen, dann hilft im Grunde nur das Absetzen der Wirkstoffe. Meistens gibt es andere Arzneimittel mit ähnlicher Wirkung aber anderer Zusammensetzung, die weniger Muskelschmerzen auslösen. Die Medikamentenumstellung ist natürlich nur in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt möglich.

Muskelkrämpfe als Auslöser von Myalgien

Auch Muskelkrämpfe können Muskelschmerzen hervorrufen, die teilweise extrem heftig sein können. Oft sind die Wadenmuskeln betroffen, aber auch an allen anderen Muskelgruppen können Krämpfe auftreten. Auch sie können ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Ursache Nummer 1 ist der Magnesiummangel. Er entsteht durch einseitige Magnesium arme Ernährung aber auch durch Flüssigkeitsverlust bei starkem Schwitzen.

Die gleichen Ursachen hat Auslöser Nummer 2, der Calciummangel. Gegen beide Auslöser hilft ausgewogene Ernährung, ausreichend Trinken und eventuell die zusätzliche Einnahme von Magnesium-und Kalzium-Präparaten.

Außerdem können Muskelkrämpfe auch noch durch Flüssigkeitsverlust bei Durchfall und bei Erbrechen, durch zu großen Alkoholkonsum und durch bestimmte Medikamente (vor allem Diuretika und Blutdrucksenker) auftreten.

Es gibt auch verschiedene Erkrankungen, bei denen Muskelkrämpfe Begleitsymptome sind. Zu ihnen gehören die Bauchspeicheldrüsen-Entzündung, die Meningitis, die Epilepsie, die Polyneuropathie, der Diabetes und und andere Stoffwechselerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Neurodegenerative Erkrankungen und Tetanus (Wundstarrkrampf).

Wie kann Myalgien vorgebeugt werden?

Myalgien kann man nur bedingt vorbeugen. Die durch Muskelverspannungen ausgelösten allerdings lassen sich durch regelmäßige Bewegung, die richtige Ernährung und durch geeignete Entspannungstechniken bis zu einem gewissen Grad durchaus vermeiden. Außerdem sind die richtigen Sitzpositionen und Schlafpositionen sehr wichtig und deshalb sollten zum Beispiel die Sitzmöbel, die Matratzen und das Bett sorgfältig nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgesucht werden.